Der schlafende Riese: Senioren-Sprechstunden

Seniorinnen und Senioren – Begeisterte Digitalnutzer, aber Videosprechstunden nahezu ungenutzt

Essen, 3. Februar 2026

Eine Einordnung von Tim Schneider (CEO Zava Sprechstunde Online GmbH, Zava Global GmbH)

Eine neue repräsentative Bitkom-Studie zeigt: Die Generation 65+ steht der Digitalisierung im Gesundheitswesen ausgesprochen positiv gegenüber – doch bei einem wichtigen digitalen Angebot besteht noch erheblicher Nachholbedarf.

💡 Grundstimmung: Digitalisierung wird begrüßt

Laut der aktuellen Erhebung befürworten 92 % der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen. Damit verbinden sie hohe Erwartungen an mehr Komfort, bessere Versorgung und einfachere Abläufe bei Arztbesuchen und Gesundheitsangeboten.

Besonders bemerkenswert: Über-80-Jährige sind noch offener als die „jüngeren“ Senioren – ein Hinweis darauf, dass Alter keineswegs eine ablehnende Haltung gegenüber digitalen Lösungen bedeutet.

🎥 Die ärztlich-medizinische Videosprechstunde – Riesiges Potenzial, das noch brachliegt

Die Nutzung telemedizinischer Angebote wie ärztlicher Videosprechstunden ist bislang sehr gering:
👉 Nur 6 % der Seniorinnen und Senioren haben bisher eine Videosprechstunde in Anspruch genommen.

Das ist überraschend – vor allem da gleichzeitig 50 % der 65+-Generation digitale Videotelefonie in der Freizeit nutzen (z. B. für private Gespräche oder soziale Kontakte). Dieses Freizeit-Verständnis von Video-Kommunikation zeigt deutlich: die technische Scheu ist nicht das Problem – vielmehr fehlt offenbar ein Angebot oder eine aktive Nutzung durch Anbieter.

Senioren wissen, wie Videotelefonie funktioniert – sie nutzen sie in alltäglichen Kontexten. Das legt nahe: Es liegt nicht an Kompetenzen oder Ablehnung, sondern eher daran, dass entsprechende medizinische Angebote bislang zu selten, zu unattraktiv oder unzureichend kommuniziert werden.

📈 Aufgeschlossenheit ist da – die Nutzung fehlt

Obwohl die tatsächliche Nutzung gering ist, ist die Bereitschaft groß:
👉 41 % können sich vorstellen, künftig Videosprechstunden zu nutzen.

Damit zeigen Seniorinnen und Senioren eine deutlich höhere experimentelle Offenheit, als es die aktuellen Nutzungszahlen widerspiegeln. Diese Diskrepanz zwischen Einstellung und tatsächlicher Nutzung offenbart eine versäumte Chance für das Gesundheitswesen.

🧠 Was bedeutet das für Ärzte und digitale Anbieter?

Die Studie legt nahe, dass das Potenzial für digitale medizinische Konsultationen vorhanden ist – es fehlt aber offenbar an:

  • attraktiven, leicht zugänglichen Angeboten seitens der Praxen

  • klarer Kommunikation über Nutzen und Anwendung

  • organisatorischer Einbindung in die reguläre Versorgung

Ärzte, Gesundheitsportale und Telemedizin-Anbieter stehen damit vor einer klaren Herausforderung – und einer riesigen Chance: Die Zielgruppe ist da, sie ist experimentierfreudig, aber sie braucht passende Angebote und vielleicht auch Begleitung beim Einstieg.


Fazit: Seniorinnen und Senioren begrüßen die Digitalisierung im Gesundheitswesen und nutzen Videotechnologien im Alltag. Die geringe Nutzung von ärztlichen Videosprechstunden liegt vor allem am mangelhaften Angebot – nicht an einer fehlenden technischen Affinität.

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